Die Blitzlicht-Realität

Agfa Werbeaufnahme aus den 60er Jahren, Foto: Archiv Museum Ludwig

Die Blitzlicht-Realität

Das Photoszene-Festival 2019 in Köln

Das Bild boomt – nicht weil die Schrift versagt, sondern weil der intellektuelle Konsum den visuellen Hype bevorzugt und weil durch das immer verfügbare Netz die Verbreitung keine Grenzen mehr kennt. Kein Wunder also, dass nach nur einem knappen halben Jahr nach dem letzten Kölner Photoszene-Festival über 70 Veranstaltungsorte und rund 200 Künstler*innen ihre Teilnahme angekündigt haben. In ausgesuchten c/o pop-Locations in Ehrenfeld haben sie alle „das Liebespaar der Popkultur“ gesucht und in der Verbindung von Fotografie und Musik vielleicht auch gefunden.

Seit über 30 Jahren findet das Photoszene-Festival alle zwei Jahre parallel zur Messe Photokina statt. Museen, Galerien und weitere namenhafte Institutionen aus dem Kölner Raum stellen in dem Rahmen ihre Fotoausstellungen vor. Ein Grund für die diesjährige Rhythmus-Durchbrechung dürfte die Absage der Photokina 2019 sein, die sich im Einjahres-Modus wohl nicht wohlfühlt.

Neben Locations in Ehrenfeld sind aber auch die Museen in der heimlichen Kunsthauptstadt Deutschlands involviert. Hier seien insbesondere die Ausstellungen „Anja Niedringhaus – Bilderkriegerin“ im Käthe Kollwitz Museum und „Poesie der Pflanze – Photographien von Karl Blossfeldt und Jim Dine“ in der Photographischen Sammlung erwähnt, in der man während der Internationalen Photoszene Köln auch „Die Hummer-Quadrille“ sehen kann. Die in Berlin lebende französische Fotografin Roselyne Titaud hat hier Arbeiten aus dem Bestand mit eigenen Motiven in einen assoziativen Dialog gebracht.

Am Eröffnungswochenende findet zusätzlich das Symposium „Photografic Material: Archives and Tools“ der Kunsthochschule für Medien Köln, der Internationalen Photoszene Köln und der Deutschen Gesellschaft für Photographie statt. Hier werden die Fragen nach der Materialität der Fotografie und den künstlerischen Strategien in Zeiten von Virtual Reality und 3D-Fotografie diskutiert, aber auch Aufgaben und Herausforderungen analysiert. Zum Beispiel die Frage wie fotografische Archive in eine digitale Zukunft zu transportieren sind. Das dürfte auch die Formate Photoszene KIDS und die Jungen Photoszene brennend interessieren.

Photoszene 2019 | 3. – 12.5. | div. Orte | www.photoszene.de

Autor

PETER ORTMANN

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