Zum Knutschen: Freudenschuss

Scheut den weiten Weg nach Hollywood: Katie Freudenschuss, Foto: Marco Sensche

Zum Knutschen: Freudenschuss

Neben Reuter, Redlich, Sträter, Braun und Teubner

Gute Gründe, um gleichzeitig zu denken und zu trinken, gibt es immer wieder, meint Matthias Reuter. Beide Tätigkeiten sollten im Synonymwörterbuch seiner Meinung nach eigentlich neben dem Begriff Kabarett stehen. Tun sie aber nicht. Für den aus Oberhausen kommenden Musik-Kabarettisten ein Grund mehr, aus diesem in sich logischen Gedankengang ein Programm zu entwickeln. „Auswärts denken mit Getränken!“ heißt der Abend, mit dem er am 4. November im Bochumer Bahnhof Langendreer gastiert. Und zwar mit seiner hinlänglich bekannten geistigen Tiefenschärfe – kombiniert mit Gründlichkeit, Originalität und einem ungewöhnlich ausgeprägten musikalischem Gespür. Um nicht zu sagen: dem absoluten Gehör.

Auswärts denkt auch die aus Hamburg angereiste Katie Freudenschuss (Gerburg Jahnke konstatierte einmal: „ihr Name ist ein Versprechen“), wobei sie vor allem ob ihrer stimmlichen Qualitäten gerühmt wird. „Bis Hollywood is eh zu weit“, so der Titel ihres ersten Programms, mit dem sie das Publikum (am 25. im Bahnhof Langendreer) und die Fachpresse begeistert („eine gelungene Mischung aus Selbstironie, Stand-up-Comedy und knallhartem politischen Kabarett“).

Ebenfalls zum Knutschen: der Berliner Nachwuchs-Entertainer Lars Redlich, der am 5. im Bocholter TextilWerk sein Debüt präsentiert. „Lars but not least!“, so der Titel, mit dem das smarte Berliner Allround-Talent die Zuschauer verblüfft: Redlich könnte auch als Musicaldarsteller reüssieren, hat er doch bereits im Alter von neun Jahren kapiert, wie man Mädchen becirct. – Und ist konsequent vom Blockflötenspiel auf Klarinette umgestiegen – ein Entschluss, den er und seine weiblichen Fans bis heute nicht bereut haben.

Auch Francis Fulton-Smith hat einen Schlag bei Frauen. Umso erstaunlicher, dass sich der Fernseh-Liebling der Nation („Familie Dr. Kleist“) unter dem Motto „Fremd ist der Fremde meist nur in der Fremde“ bei Karl Valentin und Gerhard Polt bedient, um seine unterhaltsame und aufklärerische Seite zu zeigen. Der in München sozialisierte Schauspieler gastiert am 19. und 20. bereits zum zweiten Mal in der Duisburger „Säule“.

Karten für Torsten Sträters „Männerhaushalt“, der am 22. im Steffy (Oberhausen) vom WDR gesponsert beziehungsweise aufgezeichnet wird, gibt es im Übrigen im Ebertbad („für das leibliche Wohl ist gesorgt, wenn Sie etwas mitbringen“, heißt es ehrlicherweise in der Ankündigung und dass es sowohl Sitzgelegenheiten als auch sinnfreie Aktionen gebe. Da bekommt man doch richtig Lust auf eine Ruhrgebiets-Erkundungstour.)

Diese wiederum könnte man auch am 10. des Monats ins Auge fassen, wenn Frieda Braun alias Karin Berkenkopf im Ebertbad demonstriert, wie eine ordentliche „Rolle vorwärts“ gemacht wird. Und zwar in Begleitung von Krankenschwester Erika, dem Hundebesitzer Rudi und der Autofahrerin Hanni – alle drei sauerländische Experten in ihren jeweils ausgewiesenen Fachbereichen. Und sehr komisch. Acht Tage später, also am 18. November droht Tina Teubner ihrem Gatten und Pianisten Ben Süverkrüp: „Wenn du mich verlässt, komm ich mit“ – eine Warnung, die der gute Mann ernst nehmen sollte, meint jedenfalls Ihre stets über Tage lebende

Autorin

ANNE NÜME

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