Von der Straße in die Luft

Ruhrpottbattle (9.11.), Foto: Oliver Look

Von der Straße in die Luft

Urban-Art-Hip-Hop-Festival-Kultur in Herne

Über ein Jahrzehnt pocht das künstlerische Herz der Straßen im Ruhrgebiet in Herne. Ursache war sicher der 2007 dort gegründete Pottporus e.V., der Professionalität und Förderung der Urban Art weiterentwickelt hat und mit seinen Produktionen von Renegade bereits im Bochumer Schauspielhaus und der einst von Reinhild Hoffmann bespielten „Zeche Eins“ ansässig war. Immerhin wird das erst einmal drei Jahre von der NRW-Landesregierung und der Stadt Herne gefördert. Im November kommt das Urban Art Festival wieder in die Flottmann-Hallen und den Bahnhof dort und zeigt mit Tanztheater-Produktionen, Ausstellung und Performances nationaler und internationaler Künstler, was das kaum greifbare Genre zu zeigen hat: eine irrsinnige Spanne zwischen Hip-Hop-Dance und Breakdance bis zum urban-zeitgenössischen Tanz, aber auch Streetart und digitale Kunst.

Das Festival eröffnen wird die österreichische Dance Company „Hungry Sharks“ mit einem Soloritt durch die weiblichen Spannungsfelder von Religion und Frau-Sein. Die Performance „the Sky above, the Mud below“ tanzt Farah Deen, deren theatralischen Bezüge für urbanen Tanz eigentlich unüblich sind. Gleich fünf Kurzchoreografien mit eigenen künstlerischen Handschriften ergeben eine Handvoll neue Perspektiven auf den Urban Dance. So schaut´s dann auch aus im ganz und gar nicht sterilen Urban Dance Labor, wo sich inter- und nationale Choreografinnen, Tänzer und Kollektive treffen und ihre aktuellen Ansätze und Arbeiten präsentieren.

Wie könnte es auch anders sein? Auch der Geist von Greta schwebt über diesem Festival. Klimawandel, Umweltzerstörung, Luftnot, mit Plastik überschwemmte Ozeane und Politiker, die lieber weltweit völlig überflüssige Kriege führen. Panzer führen nämlich niemals CO2-Abgaben ab. Nur mal so für Freitag, denn die Jugendlichen rücken näher zusammen, wollen internationale Gemeinschaft und zusammen einen positiven Einfluss auf ihre Zukunft nehmen. Und so haben zehn Jugendliche aus Wanne-Eickel zwischen 11 und 18 Jahren ihre Beziehung zur Umwelt voller Kreativität erforscht. Urbaner und zeitgenössischer Tanz, Performance und Musik, starke Worte und federleichte Poesie – das Tanztheaterstück #LUFT will die Zuschauer künstlerisch mit auf eine Reise durch unsere arme Atmosphäre nehmen.

Urban Art Festival | 7. – 10.11. | Bahnhof und Flottmann-Hallen Herne | 02323 16 29 53

Autor

PETER ORTMANN

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