Musik für Bilder – Bilder für Musik

Retro-Chic: „Le Choc Du Futur“, Bild: MPM Premium

Musik für Bilder – Bilder für Musik

Musikfilmfestival See the Sound zeigt Spiel- und Dokumentarfilme

Der auf August verschobene Fachkongress SoundTrack_Cologne (19.-22.8.) widmet sich allen musikalischen Fragen rund um den Film. Der Branchentreff für Musik und Ton in Film, Fernsehen, Games und Medien stellt in rund 40 Diskussionsrunden, Panels, Workshops und Networking Events die Künstler hinter der Filmmusik ins Zentrum, die für die Wirkung der Filmbilder eine so entscheidende, häufig in der Öffentlichkeit aber nur wenig beachtete Rolle spielen. Weniger speziell als der Fachkongress und definitiv spannend auch für das allgemeine Publikum ist das an den Kongress angeschlossene Festival für Musikfilme: „See the Sound“ zeigt aktuelle Produktionen, die sich inhaltlich mit Musik auseinander. In dem Programm, das vom 22. bis zum 29. April 25 Filme präsentiert, finden sich Spiel- wie auch Dokumentarfilme. Einige von ihnen konkurrieren im Wettbewerb, viele laufen als NRW- oder Deutschlandpremiere, einige sogar als Weltpremiere.

Mit 18 Dokumentarfilmen ist der Anteil nonfiktionaler Filme ungewöhnlich stark und deutlicher Schwerpunkt des Festivals. Dokus gibt es über den verstorbenen, heroinsüchtigen Musiker Tobias Gruben von Die Erde („Die Liebe frisst das Leben“) und den angehenden Emo-Trap Star Lil Peep, der bereits mit 21 Jahren seiner Drogensucht erlag („Everybodys Everything“). Andere Themen sind Fado („Vadio – I am not a Poet“ – Deutschlandpremiere), die Undergroundszene Limas („Lima Grita“ – NRW-Premiere), französische Sängerinnen („Oh les filles!“ – Deutschlandpremiere), der Alternative Rock der 90er Jahre, der mit dem Erfolg von Nirvana ungeahnte Höhenflüge machte („Underground Inc: The Rise and Fall of Alternative Rock“ – NRW-Premiere), die elektronische Clubmusik Frankreichs, die unter dem Begriff French House weltweit bekannt wurde („French Waves“ – NRW Premiere), der DDR-Liedermacher Gerhard Gundermann, den bereits Andreas Dresens Spielfilm „Gundermann“ zum Thema hatte („Gundermann Revier“), die Band The Band („Once Were Brothers: Robbie Robertson and The Band“) oder Don Letts, der Punk und Reggae miteinander bekannt gemacht hat („Rebel Dread“).

Unter den Spielfilmen findet man „Die Dirigentin“ über eine Frau mit einem ungewöhnlichen Berufswunsch für die 1920er Jahre, „All About Yves“ über einen musikalischen Kühlschrank, „Beats“ über Freundschaft und Raves im Schottland der 90er Jahre oder „Le Choc du Futur“ über eine Elektronik-Pionierin in den 1970ern. Die Dystopie „Live“ über illegale Konzerte in einer Welt, in der man sich nicht mehr öffentlich versammeln darf, ist in den letzten Wochen ziemlich real geworden. Mit „Traumfabrik“ über Proberäume und Bands in Köln-Mülheim gibt es auch einen lokalen Fokus. Im Rahmen des Peer Raben Music Award gibt es außerdem ein Kurzfilmprogramm und der höchst originelle European Talent Wettbewerb präsentiert zwölf nominierte Komponisten, die alle zu ein und demselben Kurzfilm ihre eigene Filmmusik beigesteuert haben. Der Film wird also zwölfmal hintereinander gezeigt, immer mit einer anderen Filmmusik. Im August, beim Kongress, soll dann beim Programmpunkt „Matrix Live“ Komponist Don Davis seine Musik zu dem Science-Fiction-Klassiker „Matrix“ live kommentieren.

See the Sound | 23. – 29.4. | Köln | www.soundtrackcologne.de

Autor

Christian Meyer-Pröpstl

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