Musik für Bilder – Bilder für Musik

Retro-Chic: „Le Choc Du Futur“, Bild: MPM Premium

Musik für Bilder – Bilder für Musik

Musikfilmfestival See the Sound zeigt Spiel- und Dokumentarfilme

Der im April verschobene Fachkongress SoundTrack_Cologne widmet sich vom 14. bis zum 17. Oktober allen musikalischen Fragen rund um den Film. Der Branchentreff für Musik und Ton in Film, Fernsehen, Games und Medienstellt in zahlreichen Diskussionsrunden, Panels, Workshops und Networking Events die KünstlerInnen hinter der Filmmusik ins Zentrum, die für die Wirkung der Filmbilder eine so entscheidende, häufig in der Öffentlichkeit aber nur wenig beachtete Rolle spielen.Weniger speziell als der Fachkongress und definitiv spannend auch für das allgemeine Publikum ist das an den Kongress angeschlossene und ebenfalls verschobene Festival für Musikfilme: „See the Sound“ zeigt aktuelle Produktionen, die sich inhaltlich mit Musik auseinandersetzen. In dem Programm, das vom 14. bis zum 18. Oktober rund 20 Filme präsentiert, finden sich Spiel- wie auch Dokumentarfilme. Einige von ihnen konkurrieren im Wettbewerb, viele laufen als NRW- oder Deutschlandpremiere, einige sogar als Weltpremiere.

Der nicht-fiktionale Film ist ein deutlicher Schwerpunkt des Festivals. Dokumentarfilme gibt es über den verstorbenen, heroinsüchtigen Musiker Tobias Gruben von Die Erde („Die Liebe frisst das Leben“) und den angehenden Emo-Trap Star Lil Peep, der bereits mit 21 Jahren seiner Drogensucht erlag („Everybody‘s Everything“). Andere Themen sind Fado („Vadio – I am not a Poet“ – Deutschlandpremiere), die Undergroundszene Limas („Lima Grita“ – NRW-Premiere), französische Sängerinnen („Oh les filles!“ – Deutschland-Premiere), der Alternative Rock der 90er Jahre, der mit dem Erfolg von Nirvana ungeahnte Höhenflüge machte („Underground Inc: The Rise & Fall of Alternative Rock“ – NRW-Premiere), die elektronische Clubmusik Frankreichs, die unter dem Begriff French House weltweit bekannt wurde („French Waves“ – NRW-Premiere), der DDR-Liedermacher Gerhard Gundermann, den bereits Andreas Dresens Spielfilm „Gundermann“ zum Thema hatte („Gundermann Revier“), die Band The Band („Once Were Brothers: Robbie Robertson and The Band“), Don Letts, der Punk und Reggae miteinander bekannt gemacht hat („Rebel Dread“) oder die Band Witch aus Sambia, die sich an den Stones und Black Sabbath anlehnte („Witch – We Intend To Cause Havoc“). „All about Yves“ ist ein Spielfilm über einen musikalischen Kühlschrank, „Beats“ erzählt von Freundschaft und Raves im Schottland der 90er Jahre und „Le Choc du Futur“ über eine fiktive Elektronik-Pionierin in den 1970ern. Die Dystopie „Live“ über illegale Konzerte in einer Welt, in der man sich nicht mehr öffentlich versammeln darf, wirkt inzwischen fast prophetisch. Mit „Traumfabrik“ über Proberäume und Bands in Köln-Mülheim gibt es auch einen lokalen Fokus.

Im Rahmen des Peer Raben Music Award gibt es außerdem ein Kurzfilmprogramm und der höchst originelle European Talent Wettbewerb präsentiert zwölf nominierte Komponisten, die alle zu ein und demselben Kurzfilm ihre eigene Filmmusik beigesteuert haben. Der Film wird also zwölf Mal hintereinander gezeigt, immer mit einer anderen Filmmusik. Ebenso ungewöhnlich und ganz auf die Musik fokussiert ist der Kongress-Programmpunkt „Matrix Live“, bei dem der Komponist Don Davis live seine Musik zu dem Science-Fiction-Klassiker „Matrix“ kommentiert.

See the Sound: 14. – 18.10. | „SoundTrack_Cologne“: 14. – 17.10. | div. Orte | www.soundtrackcologne.de

Autor

Christian Meyer-Pröpstl

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