Kommt zusammen!

Die Musikgruppe „Ja, Panik“, Foto: Max Zehrran

Kommt zusammen!

Endlich öffnen in Köln auch die unbestuhlten Clubs und Hallen

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Die Einschränkungen für Clubs und Konzerthallen sind im März gefallen, sodass nun endlich auch wieder unbestuhlte Konzerte stattfinden können – Zeit für eine neue Unterhaltungsmusik-Kolumne! Sehr unterhaltsam und fraglos komplett ungeeignet für eine bestuhlte Halle ist die Hamburger Rapperin Haiyti, die die Pandemie nicht nur dazu genutzt hat, vier (!) neue Alben zu veröffentlichen, sondern für die Videos auch ihren Kleiderschrank aufzufüllen. Die neuen Klamotten kommen sicher bald live zum Einsatz (1.4., 20 Uhr, Die Kantine).

Das nunmehr 11. Album des britischen Duos Sleaford Mods gilt nicht wenigen Fans als ihr bislang bestes. Legendär sind Andrew Fearn und Jason Williamson für ihren stoischen Stil: Fearn zimmert auf Lo-Fi-Equipment simple Beats und steht live kopfnickend, aber ansonsten fast regungslos neben seinem Laptop, während Williams seine giftigen Kommentare über den Zustand des United Kingdoms ausspuckt. Einige dieser Trademarks erinnern an die unvergessenen „The Fall“. Für ihr aktuelles Album „Spare Ribs“ hat Fearn wohl in neues Equipment investiert – der Sound ist hörbar aufgepeppt (2.4., 19 Uhr, Live Music Hall).

Mdou Moctar ist ein Gitarrist aus Nigeria, der sich wie andere Tuareg-Bands dem Desert-Bluesrock verschrieben hat: treibender, leicht psychedelischer Rock mit flirrenden Gitarren und traditionellem Gesang – das funktioniert auch live bestens (3.4., 19 Uhr, Bumann & Sohn).

Das aktuelle Album der österreichischen Band Ja, Panik heißt „Die Gruppe“. Dass es die Gruppe noch gibt, konnte man nach sieben Jahren Pause und diversen Soloalben schon in Zweifel ziehen, aber jetzt sind sie mit neuem Mitglied und Avantgarde-Pop-Hymnen wieder bereit für die Bühne (29.4., 20 Uhr, Gebäude 9). Indes hat das Duo Mouse on Mars mit seinem neuen Album „AAI“ die Idee musikalisch ausgearbeitet, dass nicht nur Effizienz das Ziel einer Arbeit mit Artificial Intelligence sein sollte, sondern ein offener Dialog, der auch dem technischen „Gegenüber“ seinen Freiraum gestattet. Das erste „A“ steht dann auch folgerichtig für „Anarchic“. Und so wissen vielleicht nicht mal Mouse on Mars genau, was live bei ihrer Zusammenarbeit mit der AI passiert. Als weitere Variable ist auf der Bühne ihr langjähriger Percussionist Dodo Nkishi mit dabei (16.4., 20 Uhr, Stadtgarten).

Autor

CHRISTIAN MEYER-PRÖPSTL

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