Der letzte Sturm im Schuhkarton

Foto: Armada Theater / GohmertZier

Der letzte Sturm im Schuhkarton

Live-Katastrophenfilm-Performance in Essen

Die Klimagipfel liegen hinter uns. Das Klima liegt am Boden. Nochmal tief Luft holen, dann ist es vorbei mit Klimagipfel-Bergluft. Oder doch nicht? Trotz immer weiter steigendem CO2-Verbrauch sollen sich immer erst einmal die anderen ändern. Das Wetter sendet starke Botschaften aus der Atmosphäre, Überschwemmungen, Hagelmeteoritenschauer und Dürre, wo noch nie Dürre war. Der Mensch erzeugt seine eigene Katastrophe, der Untergang scheint unvermeidlich. „Ist die Welt, in der du und ich leben, noch zu retten?“fragt da zu Recht dasArmada Theater, ein Theaterkollektiv aus NRW, das sich seit 2013 auf der Bühne zeitgemäßen Fragen stellt. Sie zeigen, was dem Homo Sapiens in seiner ach so schicken Wegwerfgesellschaft alles passieren kann und wie das Endzeitszenario auf dem Planeten ohne einen „heldenhaften Retter in der Not“ aussehen könnte.

Dafür haben sie eine Live-Katastrophenfilm-Performance (ab 14 Jahren) entwickelt. „One world is not enough“ heißt die und spielt in einer fiktiven Miniaturwelt, die in mehreren Wellen von ökologischen Katastrophen heimgesucht wird und so nicht nur die Eisbären und Pinguine an Süd- und Nordpol verliert, sondern auch das Vieh im Stall und die Krönchen der Schöpfung selbst. Live gefilmt und an eine Leinwand projiziert wird die Performance auch zum theatralischen Happening aus Nebel, Licht und Sturmeffekten und hoffentlich die Friday for Future-Bewegung weiter stärken – denn die natürlich zur Verfügung stehenden Ressourcen sind bereits seit dem späten Frühjahr aufgebraucht, seitdem wird – wie natürlich jedes Jahr – von der Substanz gelebt. Noch mehr fossile Energie, noch mehr Chemie in die Gewässer und Tonnen an Mikroplastik ins Meer und auch diese ständige Verfügbarkeit von Fleisch in Discountern und Fastfood-Ketten. Das wird nicht endlos gut gehen und das wird auch der kleine Guckkasten im Essener Maschinenhaus zeigen, wo die Welt nach und nach aus den Fugen gerät. Mutter Natur ficht das nicht an. Sie wird, wie schon nach dem Dinosaurier-Clash alles wieder richten, hier und da sprießt langsam wieder Grünes, die Atmosphäre regeneriert sich – nur diesmal wird der Homo Sapiens fehlen.

„One world is not enough“ | 17.(P), 18.1. je 20 Uhr, 19.1. 18 Uhr, 20., 21.1. je 11 Uhr | Maschinenhaus Essen | 0201 837 84 24

Autor

PETER ORTMANN

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