Das Kind des Polizisten

Zweite Chance

Das Kind des Polizisten

Die Filmstarts der Woche

Bei einem Einsatz wegen Ruhestörung verschaffen sich Polizeikommissar Andreas (Nikolaj Coster-Waldau) und sein Kollege Simon (Ulrich Thomsen) Zugang in die Wohnung des vorbestraften Junkies Tristan (Nikolaj Lie Kaas) und dessen Partnerin Sanne (das dänische Model Lykke May Andersen). In der heruntergekommenen Wohnung finden die Männer auch das bitter verwahrloste Baby der beiden. Andreas, selbst liebender Vater eines kleinen Sohnes, entreißt das Baby seinen Eltern. Die Behörden aber geben es jenen schon bald zurück, da es gesund und ausreichend ernährt ist. Andreas ist entgeistert. Geborgenheit vor seinem Joballtag findet der junge Vater indes daheim bei seiner Frau Anna (Maria Bonnevie) und dem Nachwuchs. Dann aber plötzlich stirbt des nachts das Baby. Verzweifelt im Affekt trifft Andreas eine so tragische wie folgenschwere Entscheidung. Susanne Bier („Nach der Hochzeit“, „In einer besseren Welt“) gelingt mit „Zweite Chance“ ein atmosphärisches, hochspannendes und wendungsreiches Thrillerdrama über Moral, Gerechtigkeit und eine verheerende Verzweiflungstat.

Melody (Lucie Debay) braucht Geld, weil sie einen Friseursalon eröffnen will. Ein Kind für eine andere Frau zu gebären, würde ihr viel einbringen. Sie trifft auf die alleinstehende Emily (Rachael Blake), eine reiche, ältere Geschäftsfrau, und der Deal läuft. Doch mit zunehmendem Umfang ihres Bauchs nehmen auch Melodys Gefühle für das Kind zu. Der Belgier Bernard Bellefroid inszeniert sein Drama „Melodys Baby“ mit großer Ruhe und einem genauem Blick, der den Gefühlen seiner großartig gespielten Protagonistinnen nachspürt.

Seit 1982 gibt es den inzwischen weltgrößten Kohletagebau in Kolumbien. Seit Mitte der 90er Jahre bedrohen die dadurch entstandenen Umweltschäden das kleine Dorf Tamaquito. 15 Jahre später will man umziehen und geht mit selbstbewussten Forderungen auf die Firma Cerrejón zu. Doch der Verhandlungsprozess gestaltet sich schwierig, und die Ergebnisse sind mehr als fragwürdig. Jens Schanze kommt in seinem Dokumentarfilm „La buena vida – Das gute Leben“ ohne Interviews und Kommentare aus, filmt die Dorfbewohner, ihr Leben, ihre Diskussionen und ihre Gespräche mit den Mitarbeitern von Cerrejón. Der Regisseur ist am Sonntag, 17.5. um 16 Uhr zu Gast im Filmhaus.

Ein fast siebenhundert Jahre altes Kloster scheint vom Aussterben bedroht: Die  Schwestern kennen das geschäftige Treiben mit über 50 Bewohnerinnen noch, doch jetzt leben hier nur noch vier alte Schwestern und ein Geistlicher. Regisseur Swobodnik begleitet in „Silentium – Vom Leben im Kloster“ die Klosterbewohner in ihrem Alltag zwischen Gebet, Arbeit und gemeinsamen Essen.

Außerdem neu in den Kinos: George Millers wiederauferstandener Endzeitactioner „Mad Max: Fury Road“, Elizabeth Banks‘ Teenager-Sequel „Pitch Perfect 2“ und Katja von Garniers zweites Pferdeabenteuer „Ostwind 2“.

Autor

REDAKTION choices.de

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