Alles, was denkbar ist

„Aus aktuellem Anlass“ von Florian Pawliczek, Foto: Presse

Alles, was denkbar ist

Das blicke-Filmfestival geht in die 28. Ausgabe

blicke–Filmfestival – das bedeutet schon lange alles, was denkbar ist. Kurze oder lange Filme, aus Gelsenkirchen oder Aleppo, jedes nur denkbare Genre, wie die bunte Tüte an der Bude. Und so bildet das Festival auch schon lange eine Bastion gegen die normierende Vorstellung davon, was und wie Film zu sein hat. Eine Bastion, die sich seit 1993 als Filmfestival des Ruhrgebiets etabliert hat.

In dieser 28. Ausgabe, die vom 18. bis zum 22.11. im Endstation Kino im Bahnhof Langendreer stattfindet, kommen auf das Festival gleich mehrere tiefgreifende Veränderungen zu. Zum einen grenzen die Hygienebestimmungen die Platzanzahl stark ein, sodass sich die Festivalleitung dazu entschlossen hat, alle Filme jeweils einen Tag nach ihrer Kinovorführung gegen eine Spende auch online zu zeigen.

Zum anderen hat sich die Mitbegründerin von „blicke“ Gabi Hinderberger entschlossen, die Leitung des Festivals nach dieser Ausgabe abzugeben. Die Verantwortung und den Spaß habe sie 24 Jahre lang mit Wolfgang Kriener, mit dem sie es gründete, geteilt. Sein Tod 2018 sei der Verlust eines wichtigen Kollegen und engen Freundes gewesen und habe ihre Überlegung bestärkt, die große Verantwortung für Filmemacher und Mitarbeiter nicht einfach alleine weiterzutragen. 2020 sei nun wirklich die Zeit ,„blicke“ an eine junge Generation  mit neuen Ideen und Impulsen weiterzugeben. Und so übernehmen 2021 Alisa Berezovskaya, Felix Hasebrink und Katharina Schröder die Leitung.

Auswahl an Kurzfilmen in diesem Jahr besonders politisch

Auffällig viele der 35 ausgewählten Filme, die an fünf Tagen gezeigt werden, setzen sich mit dem aktuellen Weltgeschehen auseinander. So befasst sich der Dokumentarfilm „Dunkelfeld“ aus der Sektion „ein-blicke“ mit Bezug zum Ruhrgebiet mit einem Brandanschlag auf ein von Gastarbeitern bewohntes Haus in Duisburg 1984, bei dem sieben Menschen ums Leben kamen. Und in „Aus aktuellem Anlass“ berichten Menschen des Ruhrgebiets über ihre Lebenssituation in Zeiten von Corona. Die Tuschanimation „Durchgangslage“ aus der Sektion „aus-blicke“ ohne Bezug zum Ruhrgebiet illustriert den Völkermord von Srebrenica im Jahr 1995.

Der Themenschwerpunkt Spot-On richtet sich diesmal auf das Internationale Dokumentarfilmfestival „Doc/Fest“ der Bochumer Partnerstadt Sheffield. In Kurzdokus erzählen britische Filmemacher von Katastrophentourismus im irischen Belfast oder von einem syrischen Geflüchteten auf einer schottischen Insel.

blicke28 – Filmfestival des Ruhrgebiets | 18. – 22.11. | Endstation Kino | www.blicke.org

Autorin

Elena Ubrig

Dieser Artikel erschien auf www.trailer-ruhr.de, lesen Sie weitere Artikel auf www.trailer-ruhr.de/festival

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