2G oder 3G?

Wegen Corona waren die Spielstätten lange geschlossen, Foto: Meyer Originals

2G oder 3G?

Die Theater zwischen Landesverordnung und Sicherheitsgefühl

Es ist die Gretchenfrage bei allen Veranstaltern: Wie hältst Du’s mit den G’s – drei oder zwei? Die Bundesländer zumindest üben sich in gewohnter Uneinheitlichkeit, um Nicht-Geimpfte nachhaltig zu verunsichern. Während Hamburg und Rheinland-Pfalz mit 2G-Sonderregeln vorpreschen, hat sich NRW mit der Verordnung vom 20. August 2021 auf die 3G-Regelung festgelegt. Doch auch hier verschärft sich der Ton. Und wie gehen die Theater damit um?

Man hält sich an die Landesverordnung, doch für viele Häuser kommt als entscheidender Maßstab etwas anderes hinzu: „Wir wollen, dass sich die Besucher bei uns sicher und wohlfühlen“, sagt Jana Lösch, Pressesprecherin des Schauspiel Köln. Die Erlaubnis, den Zuschauerraum voll zu besetzen, nimmt man hier nicht wahr. Die Plätze werden im Schachbrettmuster besetzt, so Lösch. Ansonsten hält man sich an die 3G-Regelungen. Auf allen Verkehrswegen des Theaters gilt für Besucher Maskenpflicht – nur am Platz darf der Mundschutz abgenommen werden. Doch trotz hoher Sicherheitsstandards und ausverkaufter Vorstellungen, bemerkt Jana Lösch „eine gewisse Zurückhaltung beim Publikum“.

Auch im Theater Keller steht die Sicherheit der Besucher an erster Stelle, allerdings geht man mit der Landesverordnung hier anders um: Der Saal ist voll bestuhlt, die Besucher sitzen in normalem Abstand zueinander. „Dafür muss in der Vorstellung Maske getragen werden“, sagt Pressesprecherin Franziska Kopp. Um einen reibungslosen Einlass zu gewährleisten, hat das Theater zusätzliches Personal eingestellt. Wer seit Spielzeitbeginn im Theater war, weiß, dass die Disziplin zum (rechtzeitigen) Anstehen noch entwicklungsfähig ist.

Und wie sieht es hinter der Bühne aus? Alexander Kruse, Pressesprecher am Schauspielhaus Bochum, betont, dass Zuschauer und Ensemble sich gleichermaßen sicher fühlen müssen. Während man in den öffentlichen Flächen die bekannten 3Gs einhält und die Plätze reduziert hat, gelten überall hinter der Bühne Maskenpflicht und Abstandsregelungen. Eine Ausnahme bilden nur die Schauspieler, denen inzwischen auch wieder intimes Spiel erlaubt ist. Zur Sicherheit wird allerdings vor jeder Probe und Vorstellung Fieber gemessen und regelmäßig getestet. Ob man damit den Winter übersteht, wagt niemand zu sagen.

Autor

HANS-CHRISTOPH ZIMMERMANN

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